FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wo genau ist mein Wald?

Jedes Waldstück, das einen Eigentümer hat, hat eine Flurstücksnummer. Diese Nummer besteht aus der Gemarkung sowie dem Nenner und Zähler der Flurstücksnummer oder ist neuerdings auch einfach durchnummeriert. Die Flurstücksnummer ist im Katasteramt hinterlegt. Dort sind auf sogenannten Katasterkarten die einzelnen Flurstücke eingezeichnet. Allerdings sind dies nur ungenaue Angaben, die nicht ausreichen, wenn es darum geht festzustellen, ob dieser oder jener Baum noch zum eigenen Waldbesitz gehört. Dafür müssen die Grenzen genau erfasst werden. Dabei helfen vorhandene Grenzsteine oder Markierungen.

Wie finde ich die genauen Grenzen meines Waldes?

In vielen Waldstücken markieren Grenzsteine den Grenzverlauf. Allerdings sind diese oft schwer zu finden. Über Vermessungsämter erhalten Sie Katasterkarten zu ihren Grundstücken. Einige Bundesländer bieten auch über ihre Geoportale die genauen Grenzsteinposititionen mit den Spannmaßen (Entfernungen von Stein zu Stein) an. Lassen sich die genauen Grenzen nicht feststellen, unterstützen Vermessungsämter, Forstbehörden und forstliche Organisationen. Sind Grenzsteine vorhanden, kann man durch Bandmaß oder Laser selbst vermessen. GPS-gestützte Verfahren haben den Nachteil, dass die GPS-Daten oft nicht genau sind und Abweichungen von einigen Metern entstehen können. Sind die Grenzen dann gefunden, werden sie idealerweise markiert, etwa durch Sprühfarbe an Bäumen oder zusätzlichen Pfosten.

Welche Gesetze gelten für Waldbesitzer?

Eigentum verpflichtet, und das gilt auch für den privaten Waldbesitz. Die Rechte und Pflichten von Waldeigentümern sind im Bundeswaldgesetz (BWaldG) und in den Landeswaldgesetzen der jeweiligen Bundesländer sowie im Grundgesetz (GG) geregelt.

Welche Pflichten habe ich als Waldbesitzer?

Mit Waldeigentum ist eine Verpflichtung verbunden. Dazu zählt die Pflicht
– zum Wiederaufforsten nach Abholzung oder Waldschäden,
– der Bevölkerung ein Betretungsrecht auf eigene Gefahr zu gewähren,
– der Berufsgenossenschaft beizutreten sowie
– zur erweiterten Verkehrssicherung, d.h. etwa an Randgebieten seines Waldes wie an öffentlichen Straßen zu kontrollieren, ob durch etwaige Baumschäden, herabhängende Äste etc. eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht.

Was ist in meinem Wald zu tun und wer kann mir dabei helfen?

Forstliche Zusammenschlüsse, in manchen Regionen Waldbesitzervereinigungen (WBV) oder Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) genannt, sind Zusammenschlüsse von privaten Waldbesitzern. Sie unterstützen den einzelnen bei der Bewirtschaftung ihres Waldes. Sie helfen bei allen Fragen rund um Waldumbau, Holzverkauf und Fragen im Zusammenhang mit Waldschäden. Außerdem vermitteln sie den Kontakt zu Dienstleistern und staatlichen Förstern. Staatliche Stellen bieten ebenfalls Beratung und Unterstützung bei Fragen rund um die Bewirtschaftung des Privatwalds an, mit besonderem Fokus auf hoheitliche Aufgaben wie die forstliche Förderung (Beantragung von Fördergeldern) und die Überwachung der Waldgesetze.

Was ist ein Kleinprivatwald?

Unter Kleinprivatwald versteht man Waldflächen unter 20 ha, die privaten Waldbesitzern gehören. Etwa 25 % der deutschen Waldfläche ist ein sogenannter Kleinprivatwald und macht die Hälfte der Privatwaldfläche aus. Als Besitzer eines Kleinprivatwalds steht man vor besonderen Herausforderungen, die Pflichten und Rechte des Waldbesitzers wirtschaftlich auszuüben. Vor allem, da es zunehmend in der Erbengeneration viele sogenannte urbane Waldbesitzer gibt. Diese wohnen weit von ihrem Waldbesitz entfernt und verfügen über keine bis geringe Erfahrung in der Bewirtschaftung von Waldeigentum.

Gibt es Zusammenschlüsse von privaten Waldbesitzern?

Ja, viele Waldbesitzer sind in Forstlichen Zusammenschlüssen (FZus), auch regional Waldbesitzervereinigungen (WBV) oder Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) genannt, organisiert. Sie unterstützen den Einzelnen bei der Bewirtschaftung ihres Waldes. Sie helfen bei allen Fragen rund um Waldumbau, Holzverkauf und Fragen im Zusammenhang mit Waldschäden. Außerdem vermitteln sie den Kontakt zu Dienstleistern und staatlichen Förstern. Über Letztgenannte ist auch die Beantragung von Fördergeldern möglich.

Welcher Förster ist für mich zuständig?

In den meisten Bundesländern gibt es eine Aufteilung der Zuständigkeiten bei der forstlichen Betreuung. Je nachdem mit welchem Thema Sie Hilfe benötigen wenden Sie sich an einen der beiden Ansprechpartner.
Die Forstlichen Zusammenschlüsse (FZus) beraten Sie waldbaulich und kümmern sich um die wirtschaftliche Seite der Waldbewirtschaftung. Das heißt, die Förster der FZus treffen sich mit Ihnen vor Ort und sprechen über die waldbaulichen Möglichkeiten in Ihrem Wald. Darüber hinaus organisieren sie Dienstleister für Pflanzungen, Pflegen, Durchforstungen oder Ernten.
Die staatliche Forstverwaltung ist hingegen für die hoheitlichen Aufgaben zuständig. Dies ist beispielsweise alles was mit Fördergeldern zu tun hat, wie die Antragstellung und Kontrolle von Fördermaßnahmen. Aber auch wenn ein Waldbesitzer seine Käferbäume nicht entfernt oder nach einem Schaden über Jahre seine Flächen nicht wiederbewaldet, können die Förster der Forstverwaltung tätig werden.
In einigen wenigen deutschen Bundesländern wird die Betreuung des Privatwaldes auch von den staatlichen Forstämtern mit übernommen. Dieses geschieht in so genannten Einheitsforstämtern.

Ich wohne weit von meinem Wald entfernt, was kann ich bei Sturmschäden tun?

Forstliche Organisationen warnen ihre Mitglieder oft bereits im Vorfeld, wenn ein Sturm zu erwarten ist. Auch Wetterdaten und staatliche Unwetterwarnungen können beobachtet werden. Eine immer größer werdende Hilfe bietet auch moderne Fernerkundungstechnik, wie sie auch in der WoodsApp zum Einsatz kommt. Eine Kontrolle kann dabei über speziell aufbereitete Satellitendaten erfolgen. Von oben sind Sturmschäden gut zu erkennen. Ist ein Schaden aufgetreten und ist man Mitglied eines Forstlichen Zusammenschlusses, kann der zuständige Förster kontaktiert werden. Dieser kann sich im Auftrag des Waldbesitzers dann um die Beseitigung des Holzes kümmern.

Wie kann ich Borkenkäferbefall erkennen?

Zeigt ein Baum Borkenkäferschäden, ist der Käfer meist schon länger aktiv und hat auch andere Bäume befallen. Es gibt verschiedene Anzeichen, an welchen befallene Bäume vor Ort erkannt werden können:
– Vor Ort erkennt man frisch befallene Käferbäume an braunem Bohrmehl, welches am Stammfuß oder unter Rindenschuppen zu finden ist. Dieses zu erkennen erfordert aber ein gutes Auge und ist meist nur nach längeren Schönwetterperioden möglich.
– Auch feine Harztröpfchen die am Stamm als glitzernde Pünktchen zu erkennen sind, können ein Hinweis auf Borkenkäferbefall sein. Harzfluss kann jedoch auch andere Ursachen haben. Sieht das Harz frisch aus oder harzt der Baum schon seit Jahren? Vielleicht erkennt man auch eine mechanische Verletzung.
– Ein deutliches Zeichen ist es, wenn die Rinde des Baumes abfällt. Eine große Menge an Jungkäfern hat dann bereits den Baum verlassen und es muss davon ausgegangen werden, dass umliegende Bäume befallen sind. Ist ein Baum jedoch schon länger abgestorben und verfügt über keine grüne Rinde mehr, die die Käfer besiedeln könnten, ist er möglicherweise für die Borkenkäfervermehrung ungefährlich und muss nicht zwingend entfernt werden.
– Eine große Menge abfallender Nadeln oder eine rot-braune Nadelverfärbung sind meist nicht zu übersehende Zeichen für einen absterbenden Nadelbaum. Aus der Ferne ist dies das beste Indiz für einen Käferbaum. Vorsicht ist bei der Lärche geboten. Diese Nadelbaumart verliert jeden Herbst all ihre Nadeln, welche sich zuvor in einen schönen Gelbton verfärben. Dies ist ein natürlicher Vorgang, der schon manchen Waldbesitzer zu falschen Schlüssen verleitet hat.
Viele Waldbesitzer sind nicht vor Ort. Sie haben die Möglichkeit, befallene Bäume über hochgenaue Satellitenkarten zu erkennen. Von oben sind die Schäden schneller sichtbar als von unten, da die Bäume an der Spitze schon abgestorben sind, während die unteren Äste noch volles Grün tragen.

Wie kann ich Borkenkäferbefall melden?

Idealerweise haben sie die GPS-Koordinaten, entweder vor Ort oder über das Smartphone und entsprechende, hochgenaue Satellitenkarten. Diese können dann an den Forstlichen Zusammenschluss weitergegeben werden, der sich um die Beseitigung des Käferbaums kümmern kann.

Wie bewirtschaftet man einen Wald?

Es empfiehlt sich immer eine Bestandsaufnahme des Waldbestandes durch einem ausgebildeten Forstfachmann: Wie alt sind die Bäume, welche Baumarten befinden sich im Wald? Gibt es Waldschäden? Dann muss die weitere Bewirtschaftung geplant werden. Dazu gehört festzustellen, welche Bäume reif sind, gefällt zu werden und wo in Bereichen mit jungen Bäumen eine Pflege nötig ist. Im Zuge des Klimawandels sollte geprüft werden, ob die Baumartenzusammensetzung klimastabil ist, oder ein Waldumbau erforderlich wird, um so eine nachhaltige Forstwirtschaft zu betreiben.

Was ist nachhaltige Forstwirtschaft?

Das Prinzip der Nachhaltigkeit geht zurück auf den sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz, der vor 300 Jahren in dem grundlegenden Werk „Sylvicultura oeconomica“ eine „nachhaltende“ Waldbewirtschaftung forderte, bei der nicht mehr Holz geerntet wird als auch wieder nachwächst. Er selbst fasste die Ziele nachhaltiger Forstpolitik in seinem epochalen Werk so zusammen: Die Ökonomie hat der Wohlfahrt des Gemeinwesens zu dienen. Sie ist zu einem schonenden Umgang mit der gütigen Natur verpflichtet und an die Verantwortung für künftige Generationen gebunden.“
Heute geht die Definition über die frühen Beschreibungen als Natural-, (Holz-)Mengen- oder (Wald-) Flächen-Nachhaltigkeit hinaus. Das moderne Nachhaltigkeitsprinzip schließt vielfältige ökonomische, ökologische und soziale Komponenten mit ein.

Klimawandel: Welche Bäume im Wald pflanzen?

Welche Baumarten die richtigen für den eigenen Wald sind hängt von mehreren Dingen ab. Die wichtigsten Kriterien sind dabei der Standort (also der Boden und die Geologie) sowie das Klima (vor allem der jährliche Niederschlag und die Mitteltemperatur). Daraus ergibt sich wie viel Wasser der Baum zur Verfügung haben wird, wie gut seine Nährstoffversorgung sein wird und mit welchen Temperaturen er zurechtkommen muss. Klima und Standort können auch innerhalb Deutschlands sehr unterschiedlich sein. Von flachgründiger Rendzina auf Kalkschottern in einer Weinbauregion über schwer durchwurzelbare strenge Tone bis hin zu Mooren in den niederschlagsreichen Alpen. Eine allgemeine Aussage für die Baumarten der Zukunft ist daher nicht pauschal möglich.
Die Forstverwaltungen der Bundesländer bieten Informationsmaterial zu geeigneten Baumarten und teilweise auch Risikokarten an. Ein Blick auf www.waldwissen.net lohnt!

Als sicher gilt, dass die Fichte wegen der trockenen Sommer und die Kiefer wegen der steigenden Temperaturen bereits jetzt und in Zukunft massiv an geeigneter Anbaufläche einbüßen werden.
Das Spektrum heimischer Baumarten kann dabei mit erprobten Gastbaumarten wie beispielsweise Douglasie, Roteiche, Esskastanie ergänzt werden.

Wenn der Waldbesitzer weiß, welche Bäume auf seinen Flächen gut mit Boden und Klima zurechtkommen, kann er weitere Kriterien bei der Baumartenwahl berücksichtigen. Welche Wuchsleistung hat die Baumart? Wie steht es mit der Verwertbarkeit und Vermarktbarkeit des Holzes? Wirkt die Streu des Baumes bodenverbessernd oder versauernd? Welche Artenvielfalt findet sich an dieser Baumart und welchen naturschutzfachlichen Wert hat sie?
Je nachdem welchen Stellenwert diese Fragen für den Waldbesitzer einnehmen, kann er seine persönliche Baumartenwahl für seien Wald treffen.

Was bedeutet Waldumbau für meinen Privatwald?

Auch wenn Sie nur ein kleines Waldstück besitzen, bedeutet dies eine Verantwortung, den Wald auch für künftige Generationen zu erhalten. Daher sollten sie sich die kritische Frage stellen, wie stabil ihr Wald im Hinblick auf Schäden durch Sturm oder Insektenfraß ist.
– Ist er für trockene und warme Sommer sowie extreme Wetterereignisse gerüstet oder sind Maßnahmen nötig, um seine Stabilität zu erhöhen?
– Stehen die Bäume zu dicht, weil lange nichts mehr im Wald gemacht wurde?
– Sind die Kronen dadurch nur klein und schwach ausgebildet?
– Sind schon Schäden durch Käfer oder Wind vorhanden?
– Ist ihr Wald gemischt oder besteht er hauptsächlich aus einer Baumart?
– Sind die Baumarten in ihrem Wald standortsgerecht?
– Gibt es junge Bäume aus Naturverjüngung in ihrem Wald und besteht diese aus standortsgerechten Baumarten?
Viele dieser Fragen sind ohne Vorwissen nur schwer zu beantworten. Sie sind aber entscheidend um zu beurteilen, ob ein Waldumbau oder eine Pflege oder Durchforstung erforderlich sind.
Durch mangelnde Pflege instabil gewordene Wälder, können durch die Entnahme von Bäumen stabilisiert und auch in ihrer Baumartenzusammensetzung noch positiv beeinflusst werden. Ist die Baumartenzusammensetzung aber völlig ungeeignet für diesen Standort und die Herausforderungen des Klimawandels und ist auch die Naturverjüngung nicht zukunftsfähig, so wird eine Einbringung anderer Baumarten nötig. Der Wald wird umgebaut.
Hier empfiehlt es sich, professionelle Unterstützung für den Waldumbau zu suchen. Die Forstlichen Zusammenschlüsse bieten dafür Beratung und Waldpflegeverträgen an.

Gibt es staatliche Fördergelder für den Waldumbau?

Ja, der Waldbesitzer wird für den nachhaltigen Umbau zu einem klimastabilen Wald vom Staat gefördert. Die Höhe und genaue Ausprägung der Förderung kann sich von Bundesland zu Bundesland in Deutschland unterscheiden. Die lokalen staatlichen Forstbehörden helfen bei der Beantragung der Fördermittel.

Welche Rechte habe ich als Waldbesitzer?

Als Waldbesitzer haben Sie das Recht,
– ihren Wald nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Forstwirtschaft zu bewirtschaften,
– Fördermittel zu beantragen,
– Bäume zu pflanzen und zu fällen und
– ihren Wald zu vererben, zu verpachten oder zu verkaufen.